Am 12. Oktober machten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10a und 10b der Von-Drais-Schule Gernsbach gemeinsam mit ihren Lehrkräften Frau Krieg und Herrn Korte auf den Weg, um die Stolpersteine in Gernsbach zu reinigen. Organisiert wurde die Aktion im Rahmen der Demokratiebildung von Frau Ketterer und Herrn Steger.
Im Unterricht hatten sich die Jugendlichen bereits mit der Bedeutung der Stolpersteine und den Schicksalen der Menschen beschäftigt, an die sie erinnern. Bei der anschließenden Reinigung wurden die kleinen, in den Gehweg eingelassenen Messingtafeln mit großer Sorgfalt und viel Respekt gereinigt.
Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von Stadtarchivar Wolfgang Froese. Vor jedem Haus, vor dem ein Stolperstein verlegt wurde, erzählte er die Geschichte der Menschen, die dort einst gelebt hatten. So wurden aus den Namen auf den Messingtafeln persönliche Schicksale, die die Jugendlichen auf eindrückliche Weise kennenlernen durften.
Die Stolpersteine in Gernsbach erinnern an Menschen, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt, deportiert und ermordet wurden.
Sie erinnern zudem an die Opfer der sogenannten „Aktion T4“, des nationalsozialistischen Mordprogramms, bei dem Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen systematisch getötet wurden.
Diese Geschichten machen deutlich, dass hinter jedem Stolperstein ein Mensch mit einer eigenen Lebensgeschichte steht – ein Mensch, der Teil einer Familie und einer Gemeinschaft war und dessen Leben durch die nationalsozialistische Verfolgung gewaltsam zerstört wurde.
Die Reinigung der Stolpersteine war weit mehr als eine praktische Aufgabe. Sie war ein bewusster Akt des Erinnerns und der Wertschätzung gegenüber den Opfern.
Ein besonderer Dank gilt Stadtarchivar Wolfgang Froese, der den Jugendlichen mit seinen Erläuterungen vor Ort die Geschichte hinter den Stolpersteinen näherbrachte und den Menschen, an die sie erinnern, ein Gesicht gab.
Text: A. Korte
Bilder: L. Krieg


