Von der DDR zur Netflix-Serie: Geschichte kreativ erleben in der 10a

Wie kann Geschichte lebendig werden? Die Klasse 10a ging dieser Frage im Geschichtsunterricht auf besondere Weise nach. Statt historische Ereignisse lediglich zu analysieren, schlüpften die Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren und entwickelten eigene Serienkonzepte für einen Streamingdienst.

Ausgangspunkt des Projekts war ein fiktives Szenario: Netflix sucht nach neuen Ideen für eine historische Serie über die DDR. Die Schülerinnen und Schüler recherchierten zunächst zu verschiedenen Aspekten der Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik. Anschließend entwickelten sie eigene Konzepte für Serien, die reale Ereignisse mit fiktiven Figuren und Handlungssträngen verbanden.

Dabei entstanden ganz unterschiedliche Konzepte: Einige Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit dem Bau der Berliner Mauer und den Ereignissen rund um ihren Fall. Andere rückten den Alltag und die Jugendkultur in der DDR in den Mittelpunkt. Weitere Konzepte thematisierten Widerstand gegen das Regime oder die politischen und wirtschaftlichen Krisen, die schließlich zum Ende der DDR beitrugen.

Nach der Recherche entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Figuren, Handlungen und Konflikte. Sie legten Titel, Untertitel und Beschreibungen ihrer Serien fest, planten einzelne Folgen und überlegten sich sogar, wie sich die Geschichten ihrer Hauptfiguren über mehrere Episoden oder Staffeln hinweg entwickeln könnten. Dabei stand nicht die Erstellung einer Dokumentation im Vordergrund, sondern die Konzeption einer spannenden Serie, die historische Inhalte auf kreative Weise vermittelt.

Durch die Arbeit an den Serienkonzepten setzten sich die Jugendlichen intensiv mit historischen Ereignissen auseinander und erfuhren zugleich, wie Geschichte in Filmen, Serien und anderen Medien dargestellt wird. So wurde deutlich, dass Geschichte nicht nur aus Daten und Fakten besteht, sondern immer auch erzählt, interpretiert und erinnert wird.

Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen: Es entstanden zahlreiche kreative und zugleich historisch fundierte Serienideen. Einige Schülerinnen und Schüler planten mehrere Staffeln, andere konzentrierten sich auf eine abgeschlossene Handlung. Besonders hervorzuheben ist ein Schüler, der zusätzlich eigene Videos und Trailer zu seinem Serienkonzept entwickelte und damit seine Idee eindrucksvoll präsentierte.

Das Projekt zeigt, wie historisches Lernen, Medienbildung und Kreativität miteinander verbunden werden können. Die Schülerinnen und Schüler waren nicht nur Konsumenten von Geschichte, sondern gestalteten selbst eine Form der Geschichtskultur und setzten sich aktiv damit auseinander, wie Vergangenheit in unserer Gegenwart dargestellt und vermittelt wird.

Text: Sophia Ketterer

Bild: Sophia Ketterer

Cookie Consent mit Real Cookie Banner